Startup-Survival-Guide: Das erste Jahr als Startup überstehen!

Startup-Survival-Guide: Wie überstehe ich das erste Jahr als Startup?!

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Nachdem wir vor kurzem unser einjähriges Bestehen gefeiert haben, möchten wir nun anderen Startups, die diesen Weg noch vor sich haben, einige Tipps und Erfahrungen mit auf den Weg geben. Im folgenden Artikel findet Ihr die wichtigsten Punkte, die Ihr bei der Wahl eures Teams beachten müsst, bekommt Tipps, wie Ihr die nötigen finanziellen Mittel erhaltet, am besten auf euch aufmerksam macht und welche Tools uns als Startup sehr geholfen haben.

Team:

Ein perfektes Team für sein Startup zu finden, das sowohl gut als auch ambitioniert ist, könnte sich als schwierige Aufgabe herausstellen. Das Team ist essentiell für den Erfolg eures Startups und es ist somit eine der wichtigsten Entscheidungen , wie Ihr euer Team zusammenstellt. Aufgrund einer sehr hohen Nachfrage nach motivierten und qualifizierten Arbeitskräften, welche das Angebot jedoch stark übersteigt, haben potenzielle Mitarbeiter eine große Auswahl an Unternehmen.

Doch wie schafft man es als Startup nun die richtigen Mitarbeiter zu finden?

Hier findet Ihr die 7 wichtigsten Punkte:

  • Behauptet nicht nur, dass Ihr ein super Startup seid sondern belegt das auch
  • Überzeugt potenzielle neuen Mitarbeiter mit eurer Geschäftsidee und der Umsetzung
  • Besucht verschiedene Startup- und Networking-Events, denn hier befinden sich viele Startup- und Gründungsinteressierte, die Ihr vermutlich schneller für eure Idee begeistern könnt
  • Versucht mit Hochschulen und den passenden Fakultäten zusammenzuarbeiten. Hier könnt Ihr die Studenten im Rahmen einer Projektarbeit schon vor dem Berufseinstieg von eurer Idee überzeugen und sie so anschließend vielleicht sogar für euer Unternehmen gewinnen. In den Hochschulen gibt es auch entsprechende Hochschulkontaktmessen und Startup Messen
  • Werbt mit kreativen und nicht zu ernsten Stellenausschreibungen
  • Sorgt für Transparenz und zeigt den möglichen Mitarbeitern wer Teil des Startups ist
  • Sorgt ebenfalls dafür, dass eure Mitarbeiter sich wohl fühlen und euch als Unternehmen weiterempfehlen, um so neue Mitarbeiter zu gewinnen



Förderung:

Neben einem guten Team und einer innovativen Idee spielt natürlich die Finanzierung eine entscheidende Rolle bei Startups – denn kaum ein Startup schwimmt im Geld. Es gibt einige Förderprogramme, welche die nötige Finanzspritze bereitstellen und die Startup-Szene unterstützen.
Eins der bekanntesten Förderprogramme ist das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Dieses unterstützt Studierende, Absolventen und Wissenschaftler, die ihre innovative, technologieorientiere oder wissensbasierte Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten, über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr. Ebenfalls, wie das Gründerstipendium der BHT oder der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit, geht es beim EXIST-Gründerstipendium primär um die Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts über ein Stipendium.

Münchner Startups möchten wir das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) ans Herz legen. Das SCE, eine Einrichtung der Hochschule München, bietet eine 6-monatige Förderung im Rahmen der Startup League. Diese Förderung dient dazu, die Idee in die Tat umzusetzen und weiterzuentwickeln. In diesem Zeitraum wird man begleitet, beraten und erhält Weiterbildungsangebote. Zudem wird man in das Netzwerk des SCE aufgenommen und erhält Unterstützung bei der Teamergänzung, der Pressearbeit und der Social Media Präsenz. Ebenfalls bekommt man einen Arbeitsplatz in der Münchner Innenstadt und kann sich mit anderen geförderten Startups des SCE über seine Erfahrungen austauschen.

Außerdem gibt es einige Investitions- und Innovationsprojekte, die mit viel Arbeit verbunden sind aber im Gegenzug mit hohen Förderbeträgen belohnt werden. Zu diesen gehören z.B. Pro FIT und ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand). Kleinere aber ebenfalls attraktive Förderprogramme bietet z.B. die SIGNO KMU-Patentaktion, bei welcher die Beantragung schneller erledigt ist als bei den anderen beiden Programmen.

Eine weitere Förderungsmöglichkeit ist der sogenannte Innovationsgutschein des bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Hier könnt ihr zwischen 3 Varianten wählen, die euch finanziell dabei helfen, die Idee eures kleinen bayerischen Unternehmens zu verwirklichen und etwas Großes daraus zu machen.

Abschließend möchten wir euch das Bayerische Förderprogramm zum leichteren Übergang in eine Gründerexistenz (FLÜGGE) des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie vorstellen. Das Programm verfolgt das Ziel, Unternehmensgründungen aus Hochschulen in Bayern zu unterstützen und bietet diesen eine Teilzeitbeschäftigung, in fachlicher Nähe zur Geschäftsidee, an der Universität bzw. der Fachhochschule an.

Wettbewerbe:

Meist reicht eine Förderung allein nicht aus um das Startup und die innovative Idee zu finanzieren. Eine gute Möglichkeit, sowohl Geld als auch Aufmerksamkeit zu bekommen, sind Startup-Wettbewerbe. Man muss nicht unbedingt gewinnnen um auf sich aufmerksam zu machen. Dabei sein ist alles! Natürlich ist es sehr von Vorteil unter die Finalisten zu kommen und sich bei den Teilnehmern der Preisverleihung mit seinem Startup vorzustellen. Ebenfalls sind hier wichtige Investoren anwesend, die ihr so auch von eurem Startup überzeugen könnt. Das Feedback, das Ihr von den Juries und Branchenexperten zu eurem Businessplan bekommt, kann sehr hilfreich sein und euch aufzeigen, wo mögliche Schwächen liegen, die noch beseitigt werden müssen.
Allein in Deutschland gab es im Jahr 2014 mehr als 120 dieser Wettbewerbe. Laut einer Studie von Für-Gründer.de waren die großzügigsten Wettbewerbe der IKT Innovation (474.000€), der Landespreis für junge Unternehmen Baden Württemberg (115.000€) und der CeBIT Innovation Award sowie der Innovationspreis Thüringen (je 100.000€)

Marketing & PR:

"Wenn Sie einen Dollar in Ihr Unternehmen stecken wollen, so müssen Sie einen weiteren bereithalten, um das bekannt zu machen.“ Henry Ford

Die beste Idee nützt leider nichts, wenn niemand davon erfährt. Daher ist Marketing vor allem bei neuen Produkten oder Dienstleistungen sehr wichtig. Doch Marketing muss nicht immer teuer und aufwendig sein.

Macht euch zunächst bewusst, welche Zielgruppe Ihr auf welchem Weg erreichen möchtet. Seid hierfür präsent auf Social Media Kanälen wie z.B. Twitter, Facebook, Xing, LinkedIn, etc. Wichtig ist, dass Ihr analysiert auf welcher Plattform eure Zielgruppe am meisten vertreten ist. Twitter könnt Ihr im B2B sehr gut nutzen um euren Blog zu verbreiten oder um auf euch aufmerksam zu machen indem Ihr spannende Inhalte anderer Unternehmen/Personen aus eurer Branche kommentiert und diskutiert. Facebook könnt Ihr vor allem im B2C Bereich nutzen um eure Kunden zu informieren oder spannende Themen aus dem Büro-Alltag zu verbreiten. Im B2B Bereich hingegen werdet Ihr vermutlich nur wenige eurer Kunden über Facebook erreichen. Daher lohnt es sich hier nicht all zu viel Zeit hineinzustecken. Trotzdem könnt Ihr auf Facebook z.B. Jobanzeigen posten und auf Mitarbeitersuche gehen oder eure Liker über die spannendsten News aus eurem Startup informieren. Xing und LinkedIn hingegen sind für den B2B Bereich wichtiger. Hier könnt Ihr mit potentiellen Kunden, Dienstleistern und Journalisten networken und euch mit Branchenexperten austauschen.

Empfehlungsmarketing ist zu Beginn eine weitere einfache Möglichkeit eure Reichweite und Relevanz zu steigern. Ihr könnt eure ersten Kunden nutzen um Marketing für euch zu betreiben indem Ihr z.B. Share-Buttons auf eurer Homepage einbindet, die es dem Kunden ermöglichen, interessante Inhalte auf den Social Media Plattformen zu teilen. Ebenfalls könnt Ihr euren Kunden Premium-Funktionen oder exklusive Inhalte anbieten, die Sie bekommen, wenn Sie euer Unternehmen erfolgreich weiterempfehlen. Desweiteren solltet Ihr Kunden bitten ein kurzes Statement zu eurem Startup zu geben, welches Ihr dann als Referenz auf eurer Homepage veröffentlichen könnt. Das schafft zusätzlich Vertrauen bei Interessenten.

Auf eurer Homepage solltet ihr einen Blog betreiben. Hier könnt ihr über den Entwicklungsstand eures Produkts berichten, Content-Marketing betreiben und euch in eurem Themengebiet als Experte positionieren. Hat euer Produkt z.B. neue Features, dann bringt diese nicht alle auf einmal heraus, sondern teilt sie euch auf, um immer neue Inhalte zu liefern, die für Gesprächsstoff sorgen. Das kann auch für die PR-Arbeit sinnvoll sein. So könnt Ihr eure Redakteure immer mit neuen, spannenden Informationen versorgen, sorgt für ständigen Input und geratet nicht in Vergessenheit. Versucht so früh wie möglich einen Presse-Verteiler mit wichtigen PR-Kontakten aus eurer Branche aufzubauen und mit den Journalisten in Kontakt zu bleiben. Das können Startup-Magazine, wichtige Fachmagazine aus eurer Branche oder bekannte Blogger sein.

Wir empfehlen außerdem regelmäßig einen Newsletter zu versenden, um Interessenten und potentielle Kunden stets auf dem neuesten Stand zu halten. Verlinkt hier auf eure Blogbeiträge oder News um zusätzliche Aufmerksamkeit auf eure Homepage zu lenken.



Nützliche Tools für euer Startup:

In diesem Abschnitt zeigen wir euch einige Produkte, die uns bei Adnymics das Leben als Startup deutlich erleichtert haben und die wir euch gerne weiterempfehlen möchten.

Pipedrive: Um seine Vertriebserfolge von Anfang an zu dokumentieren und stetig voranzubringen, benötigt man ein gutes CRM Programm. Doch gut ist nicht immer teuer. Wir möchten euch Pipedrive ans Herz legen. Dieses CRM Programm ermöglicht es euch, auf einfachste Art und Weise, eine Verwaltung- und Verkaufspipeline anzulegen. Das ganze ist einfach, übersichtlich und preiswert, also perfekt für euer Startup.

Wordpress: Ein Startup braucht natürlich auch eine ansprechende Homepage. Mit Wordpress schafft Ihr es auch ohne große Programmierkenntnisse eine ansehliche Seite für euer Startup zu entwerfen. Es ist sehr benutzerfreundlich und die Installation ist einfach. Mit Hilfe von zahlreichen Templates könnt Ihr eure Seite schnell und optisch gut gestalten,.

Confluence: Confluence ist eine Software von Atlassian, die Ihr firmenintern nutzen könnt um z.B. wichtige Informationen für alle zugägnlich abzuspeichern, also ein Tool, das die Arbeit an Projekten im Start-up erheblich erleichtert. Informationen zu verschiedenen Projekten können einfach hinterlegt werden, mehrere Mitarbeiter können diese gemeinsam bearbeiten und/oder kommentieren. Außerdem können Aufgaben vergeben und terminiert werden. Dies erleichtert das Projektmanagement und alle Infos stehen an zentraler Stelle zur Verfügung.

Jira: Jira gehört ebenfalls wie Confluence zu Atlassian. Jira ist eine webbasierte Anwendung zur Fehlerverwaltung, Problembehandlung, operativem Projektmanagement und Aufgabenmanagement. Ihr könnt dort eure Projekte anlegen, terminieren und Zeiten buchen, wenn Ihr daran arbeitet. Dadurch habt Ihr immer einen Überblick über den aktuellen Stand von einzelnen Projekte. Außerdem seht ihr hinterher, wie viel Zeit ihr investiert habt und könnt in Zukunft eure Zeitaufwände genauer abschätzen und optimieren. Diese Funktion ist sehr nützlich, denn Zeit ist Geld und Zeit ist in einem Startup meistens knapp!

Mailchimp: Wie im vorherigen Kapitel bereits beschrieben, ist ein guter Newsletter oder eine Pressemitteilung für ein Startup sehr wichtig. Mailchimp macht es euch einfach, einen hochwertigen Newsletter zu erstellen. Ihr könnt verschiedene Verteiler hinzufügen, Kampagnen planen und eure Newsletter so designen, wie Ihr es gern hättet. Ist der Newsletter versendet, könnt Ihr jederzeit in einer Übersicht nachverfolgen wie viele Empfänger den Newsletter geöffnet haben, wie viele z.B. auf einen Link im Newsletter geklickt haben oder z.B. auch wer den Newsletter wieder abbestellt hat. (...was hoffentlich nicht zu oft passiert ;) ).
Wir wünschen allen anderen Startups viel Erfolg bei der Gründung, ein gutes Investment und ein tolles Team!

Keep starting-up!